Seit dem Jahrgang 2020 weinrechtlich definierter DAC-Bereich (spezifisches Weinbaugebiet) im österreichischen Weinbaugebiet Niederösterreich (generisches Weinbaugebiet). Siehe unter Wachau.
Eines der acht spezifischen Weinbaugebiete im österreichischen Bundesland bzw. generischen Weinbaugebiet Niederösterreich. Es wird von der Donau durchflossen. Sie erstreckt sich entlang der Donau zwischen Melk und Krems, an deren nördlichen Uferhängen viele der zum Großteil terrassierten Weingärten liegen. Die Rebflächen zählen zu den steilsten Weinbergen Österreichs, die zu 40% mit Trockensteinmauern befestigt sind.

Das enge Tal entlang der Donau ist nur 33 Kilometer, das Weinbaugebiet 15 Kilometer lang. Die Pforte zum Westen bildet das Benediktinerstift Melk, im Osten wird es durch die die über 1.000 Jahre alte Stadt Krems begrenzt. Die Wachau wurde in der Kategorie „Kulturlandschaft“ 2000 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt; 2021 wurde das Anlegen von Trockensteinmauern als traditionelles Handwerk in die Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.
Im 5. Jahrhundert lebte bei Favianis (Mautern) der Mönch Severinus (410-482) inmitten von Weingärten, was einen schon dieser Zeit betriebenen Weinbau belegt. Der englische König Richard Löwenherz (1157-1199) wurde auf seiner Rückreise vom 3. Kreuzzug in der Nähe von Wien gefangen genommen und auf der Burg Dürnstein festgehalten. König Heinrich II. (973-1024) schenkte 1002 die kleine Siedlung Liupna (Loiben), dem Kloster Tegernsee. Der Wiener Bürgermeister Karl Lueger (1844-1910) kredenzte um 1900 bei einem Ball Kaiser Franz-Joseph I. (1830-1916) einen Loibner Wein, der ihn mit den Worten: „Ich hätte nicht gedacht, dass es in meinen Ländern so guten Wein gibt“ kommentierte. Darauf schlug Lueger die Bezeichnung „Loibner Kaiserwein“ vor.
Das Benediktinerstift Melk besaß Weingärten nicht nur in der Wachau, sondern auch in Gumpoldskirchen, Pfaffstätten und Baden. In Rohrendorf bei Krems sind heute noch rund 100 Hektar in Besitz des Stiftes; die 1113 von Leuthold von Kuenring geschenkt wurde. Durch Wein aus dem Stiftskeller wurde im Jahr der zweiten Türkenbelagerung von Wien 1883 ein Brand gelöscht, der schon den Melker Kirchturm erfasst hatte und die Glocken bedrohte. 1703 lagerten 24.000 Eimer Wein in den Kellern, das waren etwa umgerechnet 1,3 Millionen Liter! Schließlich konnte mit den Einnahmen aus dem Zehentwein im 18. Jahrhunderts der Umbau des Stiftes Melk zum heutigen Barock-Prachtbau erfolgen. Durch Klimaänderungen und strenge Abgaben kam es zum Niedergang der Weinkultur. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wurden durch Einführung neuer Sorten wie Veltliner und Riesling wieder Spitzenweine erzeugt.

Das Terrain ist meist flachgründig mit hohem und deshalb wärmespeicherndem Mineralgehalt. Die Böden setzen sich hauptsächlich aus Löss, Sand und Rigolen zusammen. In manchen Terrassenlagen ist die Humusauflage nur 50 cm, darunter befindet sich blanker Granit. Das atlantisch-pannonische Mischklima ist durch die feuchtigkeitsspendende Donau geprägt, die durch Reflexion wärmeverstärkend wirkt. Ein wichtiger Faktor für das besondere Klima ist der große sich für den Weinbau sehr positiv auswirkende Temperatur-Unterschied zwischen Tag und Nacht.
Die Wachauer Weinbaugemeinden erstrecken sich hauptsächlich links und einige auch rechts der Donau. Bei Flohhaxn, Himmelstiege, Honivogl und Katzensprung handelt es sich um heute nicht mehr bestehende alte Rieden, die heute als Bezeichnungen für Markenweine verwendet werden. Die Gemeinden am linken Ufer mit ihren Rieden sind:
Die Gemeinde mit den Katastralgemeinden Dürnsteiner Waldhütten, Oberloiben, Rothenhof und Unterloiben umfasst die Rieden Heudürr, Höhereck, Hollerin, Kaiserberg (Subriede Lichtensteinerin), Kellerberg (Subrieden Wunderburg, Küss den Pfennig), Liebenberg, Pfaffenberg, Schlossberg, Schütt und Supperin.
Die Gemeinde (Oberloiben und Unterloiben) umfasst die Rieden Bockfüßl, Dinstlgarten, Frauenweingarten, Hochstrasser, Klostersatz, Kreutles, Loibenberg (Subrieden Langen Zung, Rauheneck, Rothenberg, Süßenberg), Mühlpoint, Oberhauser, Pichlhof, Rothenhof, Schütt, Setzen, Steinertal, Trum und Wandl.
Die Gemeinde (Gut am Steg, Schwallenbach, Viessling) umfasst die Rieden Almenreith, Amtsgarten, Auleithen, Axpoint (Subriede Hochrain), Baumgartenthal, Brandstatt,...
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Dr. Edgar Müller
Dozent, Önologe und Weinbauberater, Bad Kreuznach